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Karl Hofer
Karl Christian Ludwig Hofer, geboren am 11. Oktober 1878 in Karlsruhe, war ein prägender deutscher Maler des Expressionismus und des Magischen Realismus. Nach Studienreisen nach Paris und Indien – wo er unter anderem tief von Paul Cézanne beeinflusst wurde – überraschte ihn der Ausbruch des Ersten Weltkriegs während eines Sommeraufenthalts im französischen Ambleteuse. Die Konsequenz ließ nicht lange auf sich warten: Hofer wurde als deutscher Staatsbürger kurzerhand interniert und konnte erst Jahre später über die Schweiz nach Deutschland zurückkehren.
In den 1920er Jahren festigte Hofer seine Rolle in der Kunstwelt. Er zog nach Berlin, wurde 1921 zum Professor an die Kunsthochschule berufen und 1923 in die Preußische Akademie der Künste aufgenommen. Doch mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten wendete sich das Blatt dramatisch: Hofer wurde bereits 1933 seines Amtes enthoben. Seine Kunst galt als „entartet“, woraufhin hunderte seiner Werke aus öffentlichen Sammlungen entfernt wurden. Der tiefste künstlerische Schlag traf ihn jedoch 1943, als bei einem alliierten Bombenangriff auf sein Berliner Atelier fast sein gesamtes Früh- und Mittelwerk – rund 150 Gemälde und über 1.000 Zeichnungen – den Flammen zum Opfer fiel.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs stieg Hofer wie ein Phönix aus der Asche auf und widmete sich leidenschaftlich dem kulturpolitischen Wiederaufbau. Er wurde 1949 Direktor der Berliner Hochschule für bildende Künste, Mitbegründer des Kulturbundes sowie erster Präsident des wiedergegründeten Deutschen Künstlerbundes. In seinen letzten Lebensjahren lieferte er sich eine leidenschaftliche und öffentlich ausgetragene Debatte mit dem Kunstkritiker Will Grohmann über den Stellenwert von gegenständlicher gegenüber abstrakter Malerei. Während dieser intensiven Auseinandersetzung erlitt Hofer 1955 einen Schlaganfall, an dessen Folgen er am 3. April 1955 in Berlin verstarb.